Soforthilfeprojekt für geflüchtete Menschen aus der Ukraine steht auf der Kippe – Tubman Network fürchtet Räumlichkeiten zu verlieren

Wir sind in einer bedrohlichen Situation: In wenigen Tagen sollen unsere Brüder und Schwestern mit ihren Kindern diesen wichtigen ‚Safer Space‘ verlieren, den ihnen das Tubman-Network anbietet. Für schutzbedürftige Schwarze, Indigene und People of Color (BIPoCs), die von (strukturellen) Rassismus und Diskriminierung betroffen sind, sind solche Räume aber unverzichtbar!“, erklärt Frau Kahbit Ebob Enow vom Tubman Network.

Das Tubman Network ist ein Zusammenschluss von Organisationen Schwarzen Menschen und Einzelpersonen. Seit dem 9. Juli 2022 nutzt die Initiative die Adlerhalle auf dem landeseigenen sog. Dragonerareal (am Mehringdamm 20) in 10961 Berlin-Kreuzberg als Anlaufstelle für geflüchtete Menschen aus der Ukraine. Vermittelt werden Angebote der Gesundheitsversorgung und Unterkunftsplätze bei Privatpersonen, zudem wird Unterstützung beim Studium, im Beruf und bei der Integration in den Arbeitsmarkt angeboten.

Die Initiative – benannt nach Harriet Tubman (1820-1913), die mehr als 300 versklavte Menschen als Fluchthelferin in die Freiheit führte – begann mit ihrer Arbeit im Februar 2022 als Reaktion auf die rassistisch motivierten Menschenrechtsverletzungen an Afrikaner*innen und Menschen afrikanischer Herkunft aus ukrainischen Kriegsgebieten, die nach Berlin geflohen sind. Diese Gruppe ukrainischer Kriegsflüchtlinge fällt größtenteils durch das Raster der Hilfesysteme. Seither haben über 2.500 BIPoCs und andere marginalisierte Personen das Angebot der Initiative in Anspruch genommen. 

Für das Projekt ist die Adlerhalle jetzt schon die vierte Räumlichkeit in acht Monaten. Alle vorherigen Standorte wurden der Initiative temporär, solidarisch und kostenlos zur Verfügung gestellt.

Die von der BIM (Berliner Immobilienmanagement GmbH) über das Vertragsende zum 31. August 2022 hinaus in Aussicht gestellte Verlängerung, wurde der Initiative nicht gewährt, lediglich eine Räumungsfristverlängerung bis 30. September eingeräumt. Diese Frist läuft nun ab, ohne dass dem Tubman Network Ersatz aus dem Bestand der BIM angeboten wurde. Nachfragen an die BIM, die über 5.000 landeseigene Immobilien verwaltet, blieben bis dato unbeantwortet – die Suche nach geeigneten Räumen und einer längerfristigen Lösung erfolglos. Der Initiative wurde von der BIM auch nicht mitgeteilt, wie die Adlerhalle nach der Räumung durch das Netzwerk genutzt wird.

Mit dem Ziel, doch noch eine Lösung mit der BIM zu finden, damit die Arbeit der Initiative fortgesetzt werden kann, lädt das Tubman Network gemeinsam mit Aktiven und Nutzer*innen des Kiezraumes auf dem sog. Dragonerareal die Öffentlichkeit sowie Vertreter*innen der BIM, der Bezirkspolitik und für den 28. September 2022 um 17:00 Uhr in die Adlerhalle, Mehringdamm 20 in 10961 Berlin /Zugang zum Gelände: Ecke Mehringdamm/Obentrautstraße/ zu einem „Runden Tisch“ ein.

Das Tubman Network hofft auf die überfällige praktische und politische Unterstützung von staatlicher und politischer Seite und der Zivilgesellschaft: „Die Zeit bis Monatsende ist knapp, deshalb appellieren wir an alle, uns bei der Suche und unserer Arbeit zu unterstützen“.

 

Link zur Einladung: https://mailchi.mp/3683d3735016/meet-tubmannet-untersttze-ukraine-migrantinnen

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passiert am 26.09.2022